Das Planspiel Pol&IS

Gymnasiasten übernahmen für drei Tage die Weltpolitik

Im Februar 2007 machte sich der Arbeitskreis "Politik und Zeitgeschichte" des Gymnasiums Schrobenhausen unter der Leitung von Herrn Huber auf den Weg nach Kochel am See, um dort für drei Tage an einem interaktiven Planspiel namens Pol&Is (kurz für "Politik und internationale Sicherheit") teilzunehmen. Dieses wird von der Bundeswehr durchgeführt und soll den Teilnehmern die Zusammenhänge in der Politik verdeutlichen.

Neben den 13 Schülern des Schrobenhausener Gymnasium aus den Klassen 10 bis 12, Herrn Huber, Frau Bellenberg und zwei Jugendoffizieren, welche das Spiel leiteten, war noch eine 10. Klasse eines Gymnasiums aus Freyung im Bayrischen Wald anwesend.

Die insgesamt 33 Schüler stellten im Spiel in vereinfachter Weise den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Aufbau der Welt nach. Diese wurde in zehn Regionen aufgeteilt, in welchen jeweils drei Schüler als Regierungschef, Staatsminister und Wirtschaftsminister agierten. Als weitere Posten wurden die Stelle des UN Generalsekretärs und zwei Vertreter der Presse bzw. der NGOs vergeben.

Da die Teilnehmer in ihre Rollen hineingeboren wurden und sich diese somit nicht selbst aussuchen konnten vermischten sich von Anfang an die Schüler der beiden verschiedenen Gymnasien. Das Spiel erforderte eine intensive Zusammenarbeit innerhalb der Vertreter einer Region, aber auch zwischen den einzelnen Regionen, sowie mit dem Generalsekretär und der Presse. So waren schon bald die Abstände zwischen den Schülern aus dem Weg geräumt.

Schon am ersten Tag mussten die Spielteilnehmer erkennen, dass es nicht unbedingt einfach ist, für genug Arbeitsplätze, Nahrung und Unterkünfte zu sorgen und so bildeten sich in einigen Regionen schnell Aufstände, Flüchtlingsströme und Guerillaarmeen. Auch die Umwelt spielte eine sehr große Rolle in der Simulation, da sie sich fatal auf das Wetter und somit auf die Landwirtschaft auswirken konnte. Außerdem machte das Spiel deutlich, dass einer alleine nicht allzu viel auszurichten vermag. So kann beispielsweise nur, wenn alle Regionen zusammen helfen, das Klima gebessert oder Hungersnöte abgewandt werden. Bei Fragen gab es für die Mitspieler hier jedoch jederzeit die Möglichkeit sich an die Betreuer zu wenden.

In den drei Tagen schlüpften die Mitspieler komplett in ihre Rollen und so wurden selbst beim gemeinsamen Abendessen noch Abkommen geschlossen und Verträge unterzeichnet. Insgesamt waren die drei Tage ein voller Erfolg für alle Anwesenden, da den Schülern viele Zusammenhänge verdeutlicht wurden. Dies hing auch damit zusammen, dass die Regierungen teilweise mit ernsthaften Problemen konfrontiert sahen, auf welche sie schnellstmöglich reagieren mussten. Dies war zum Beispiel eine Flugzeugentführung in Deutschland, wobei die Maschine direkt auf das Regierungsviertel in Berlin zuhielt.

Doch auch wenn die politische und wirtschaftliche Lage in den Regionen nicht immer die beste war, hatten alle Anwesenden sowohl an der Simulation als auch beim gemeinsamen, abendlichen Zusammensitzen viel Spaß. Und, so fanden eigentlich alle, ein paar Tage länger noch Staatsminister, Regierungschef oder Weltpresse zu sein, hätte keineswegs geschadet.

Isabel Ammer