Wegweiser 5. Klasse

Liebe Eltern,

Ihr Kind hatte an der Grundschule bereits Englisch. Bestimmt haben Sie gelegentlich ein gemeinsam gelerntes Lied, ein Gedicht oder einen Reim vorgetragen bekommen oder es gab Arbeitsblätter zu bestimmten Themen des Jahreskreislaufs (Halloween, Christmas). Sicher kennen die meisten auch bereits die englischen Wörter für Farben, Tiere, Zahlen oder Gegenstände in der Schule. All das wurde mehr oder weniger auswendig oder in einzelnen Begriffen gelernt. Außerdem gab es keine schriftlichen Tests, die benotet wurden.

Neu beim Englischlernen am Gymnasium ist nun v.a., dass strukturierte Denkprozesse eingesetzt werden sollen. Was bedeutet das?

Es findet ein Vokabel- und Grammatikunterricht statt, der es den Schülern ermöglicht, alle einzeln gelernten Wörter, Satzglieder und -strukturen zu einer Vielzahl verschiedener, selbst gebildeter Sätze zusammenzubauen.

Die Schüler lernen immer in vier Grundfertigkeiten:

  • Lesen / Aussprache,
  • Schreiben, eigene kleine Texte verfassen
  • Texte hören und verstehen
  • Frei sprechen, sich unterhalten

Wichtig für das Lernen zuhause: Der Stoff wird erst dann beherrscht, wenn alle vier Grundfertigkeiten zusammen geübt werden. Am Anfang kann es auch sinnvoll sein, sich ganze Sätze zu merken, um ein Gefühl für die Sprache zu bekommen, da die Satzstellung nicht direkt mit der deutschen übereinstimmt. Daher stehen auch in den Vokabelheften gelegentlich längere Sinneinheiten.

Wörter lernen

Vokabelhefte werden entweder zweispaltig (englisch ‑ deutsch) oder dreispaltig (mit Erklärung von Besonderheiten, Beispielen etc. in der Mitte) geführt. Wenn die Wörter bereits während des Unterrichts eingetragen (= von der Tafel abgeschrieben) werden, liegt wahrscheinlich nicht dieselbe Reihenfolge vor wie im Vokabelteil des Buches. Das liegt daran, dass die Lehrkraft eine Geschichte mit logischem Aufbau erzählt, in deren Verlauf sich die Klasse gemeinsam die neuen Wörter erschließt und dann auch notiert.

Viele Kinder entscheiden sich zusätzlich zum Vokabelheft für einen Karteikasten oder ein Vokabellernprogramm wie 'Phase 6'. Das ist sinnvoll, denn so werden die neuen Vokabeln nochmals geschrieben und regelmäßig wiederholt. Es gilt in Englisch nämlich nicht, dass ein bestimmter Stoff für die Schulaufgaben klar eingrenzbar ist, sondern gerade im ersten Lernjahr baut alles unverzichtbar aufeinander auf und bildet die Grundlage für Satzbildungen, Dialoge und Texte.

Weitere Lernhilfen

Oft werden die Lehrkräfte nach zusätzlichem Übungsmaterial gefragt. In Einzelfällen mag das durchaus sinnvoll sein – es gibt in der Zwischenzeit von den Verlagen extra Schulaufgabentrainer oder Übungshefte zu verschiedenen Themengebieten. Auch die Schulbuch-CD kann man bestellen und damit seine Aussprache verbessern und für Hörverstehen trainieren. In den meisten Fällen jedoch hat es sich bewährt, "einfach" den aktuellen Stoff mehrschichtig vorzubereiten. Das bedeutet: Die Schüler sollen

  • laut lernen (Vokabeln und Texte lesen und sprechen)
  • die behandelten Geschichten im Buch selbst auf englisch nacherzählen oder zusammenfassen
  • die neuen Wörter in einem vollständigen Satz verwenden und nicht nur einzeln auswendig lernen
  • die Grammatikregeln an beliebigen ähnlichen Sätzen anwenden und die Beispielsätze abwandeln können (gerade hier ist auswendig lernen überhaupt nicht sinnvoll!)
  • schriftliche Hausaufgaben auch dann angehen, wenn auf den ersten Blick nicht klar ist, was zu tun ist (s. unten)
  • Fehler bei der gemeinsamen Hausaufgabenverbesserung selbst erkennen und mit Farbe ausbessern

Aufgabenformen der Leistungsmessungen

Die üblichsten Formen sind im Anfängerunterricht

  • Diktat oder Hörverstehen (= ein Originaltext in englischer Sprache, der mit Pausen zwei Mal vorgespielt wird; parallel kreuzen die Schüler in der Aufgabe z.B. zutreffende Sätze an, füllen kurze Lücken aus, ordnen Begriffe / Bilder zu etc.) – beim Diktat geht es in erster Linie um die Rechtschreibung, die gewertet wird, beim Hörverstehen wird der Inhalt bewertet, mit der Rechtschreibung wird hier sehr großzügig verfahren
  • Vokabelteil: i.d.R. werden Wörter im Kontext, also z.B. als Lücken in einem kleinen Text abgeprüft; bei komplexeren Aufgaben können Vokabeln auch im Rahmen einer Grammatikaufgabe eingesetzt werden
  • Grammatikteil: auch die Grammatik wird in kontextualisierter Form abgefragt – zumeist in Form von Lückentexten, Frage- / Antwortaufgaben oder Umformungen
  • Textproduktion: hier sollen die Schüler einen kleinen englischen Text verfassen auf der Basis von einigen deutschen Vorgaben. Das kann z.B. ein Dialog / Gespräch sein, eine Dolmetschsituation, ein kurzer Brief / eine Postkarte oder eine einfache wörtliche Übersetzung

Daneben gibt es auch andere Aufgabenformen, die die entsprechende Lehrkraft vor einem Test natürlich individuell mit der Klasse einübt. Beachten Sie bitte, dass die Aufgabenstellung i.d.R. auf englisch erfolgt. Auch die Übungen während des Unterrichts basieren darauf, die Schüler sollten das also gewöhnt sein.

Hausaufgaben

Gelegentlich kommt es vor, dass die Arbeitsanweisungen (auf englisch) anspruchsvoll sind oder noch nicht alle einzelnen Wörter, die in einer schriftlichen Hausaufgabe vorkommen, gemeinsam gelernt wurden. Das sollte nicht dazu führen, dass die ganze Aufgabe nicht bewältigt werden kann. Motivieren Sie Ihr Kind dazu, hinten im Buch nachzuschlagen und sich anhand der Beispiele herzuleiten, was zu tun ist. Die richtige Strategie ist der halbe Weg zum Sieg und fördert die Selbständigkeit. Für uns alle ist es Teil der Realität, nie alle Vokabeln zu beherrschen, das liegt in der Natur der Dinge. Sich zu behelfen ist die Kunst!

Englisch als Teil unserer (globalisierten) Welt

Nutzen Sie die Gelegenheit, mit Ihrem Kind englische Filme (mit Untertiteln) anzusehen, sie die Songtexte ihrer Lieblingslieder ausdrucken, übersetzen und natürlich mitsingen zu lassen und Bereiche, in denen man sich mit der englischen Sprache konfrontiert sieht, wie selbstverständlich in den Alltag zu integrieren. Es öffnet den Horizont und verbessert die Kommunikation. Dazu beitragen könnte vielleicht auch eine Mail-Freundschaft (die Brieffreundschaft 2.0) oder ein Urlaub in einem englischsprachigen Land…

Viel Erfolg und v.a. Freude am Fremdsprachenlernen!